05Jun

Der zweite österreichische Kommunikationstag fand unlängst am 4. Juni in Wien statt. Mit dem Generalmotto „Strategie und Verantwortung“ legten die Veranstalter eine Flughöhe vor, die von den beiden Keynotes Paul Holmes und Manfred Spitzer angemessen bedient wurde. Zwischen diesen Darbietungen fiel die Qualität dagegen etwas ab. Die „Best Cases“ waren eher „Average Cases“ – mir schien der Faktor „Best“ verdiente bei so manchem Referenten eher den Zusatz „Buddy“. Wenn man Qualität und Performance sehen und Begeisterung ernten möchte, muss man die ReferentInnen anders auswählen.

Darüber hinaus stellt sich mir die Frage, ob ein Vortrag ein fruchtbares Genre ist, wenn ReferentInnen fachlich und intellektuell auf Augenhöhe mit dem Publikum sind. Innovationen und neue Ideen entstehen vor allem aus der Kombination oder Modifikation von bereits vorhandenem Wissen. Daher scheinen mir Dialog und Partizipation eine bessere Alternative.

 

Was habe ich mitgenommen?

Die Erkenntnis, dass viel und selbstverständlich über Strategie gesprochen wird, dabei aber unklar ist, ob alle das Gleiche darunter verstehen. Das sage ich ohne Vorwurfshaltung, denn der Begriff ist abstrakt und sowohl die Definitionen als auch die Umsetzungen divergieren. Vielleicht sollte der Begriff immer dort klar definiert werden, wo er verwendet wird. Alternativ kann man ihn solange durch mehrere konkretere Termini ersetzen: Ziele, Pläne, Potenziale, Maßnahmen, Botschaften, Verhaltensweisen, …

Am Ende des Tages hatte ich noch zwei griffige Statements im Gepäck:

1. PR-Leute sollten in jede Unternehmensentscheidung einbezogen werden, die der Beziehung zu den Stakeholdern einen Schaden zufügen kann. (Paul Holmes)

2. Je „reichhaltiger“ man anwesend ist, desto besser wird man vom Kommunikationspartner verstanden. (Manfred Spitzer)

Am besten würde man diesen Text also verstehen, wenn ich ihn der Leserin oder dem Leser gegenüberstehend und in die Augen blickend erzählen würde.

Mach ich gern.